Tour 1: Bei Stützengrün
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Wanderkarte

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Weitere Touren

 

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Bild 1

 

 

 

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Wanderrouten

Variante 1: Bergwiesenerlebnispfad (braun gekennzeichnet), ca. 3 km, etwa 1,5 Stunden, besonders für Familien mit Kindern

 

Variante 2: Bergwiesenerlebnispfad + Rundweg durch Unterstützengrün (gelb gekennzeichnet), ca. 8 km, etwa 3,5  Stunden, für den Gelegenheitswanderer

 

Variante 3: Bergwiesenerlebnispfad + Rundweg durch Unterstützengrün + Rundweg über Hundshübel (lila gekennzeichnet), ca. 14 km, etwa 6 Stunden, für den geübten Wanderer

 

 

Beschreibung der Wanderung

Wir beginnen an der Gaststätte Stollmühle mit unserer Wanderung über den Bergwiesenerlebnispfad (grüner Schrägstrich) in Richtung Schädlichhäuser. Der Rundweg führt durch ein typisches erzgebirgisches Kerbtal, das einen Besuch wert ist. Bergwiesen, Weiden mit Schottischen Hochlandrindern (Bild 1), Teiche, Bäche, Quellen, Wälder und vieles mehr sorgen für Abwechslung und Naturgenuss. Von der ehemaligen Eisenbahnstrecke hat man wunderschöne Ausblicke auf Landschaft und Ort. Verschiedene Erlebniselemente sorgen für eine zusätzliche Bereicherung. Kurz bevor wir wieder an der Stollmühle ankommen, geht an einer Sitzgruppe ein Weg rechts ab. Hier beginnt der Rundweg durch Unterstützengrün. Nach Verlassen des Waldes geht es an einer Bank links ab, erneut durch den Wald und dann immer am Waldrand entlang. Dort haben wir sehr schöne Ausblicke auf den Ort und die Wiesen und Weiden des FFH-Gebietes. Nach einiger Zeit kommen wir auf die Hauptstraße, die noch von schönen alten Alleebäumen gesäumt wird. Wir folgen der Hauptstraße durch den Ort, bis wir an der Feuerwehr auf den Europäischen Fernwanderweg stoßen (roter waagerechter Strich), dem wir nach links folgen. Vor dem Ortsende sehen wir links einige schöne Hauswiesen (Bild 2), die - im Gegensatz zum  üblichen Einheitsrasen mit Koniferen - ein buntes, abwechslungsreiches Bild abgeben und Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere sind. Es geht dann weiter durch den Wald, bis wir an eine Weggabelung kommen. Dort beginnt der Rundweg über Hundshübel, den wir unbedingt empfehlen, wenn die Kondition noch gut ist. Nach einiger Zeit im Wald kommen wir in den schönen Ort Hundshübel. Wir sollten es nicht versäumen, einen kleinen Abstecher zum Nadlerhaus (Bild 3), einem typischen alten Erzgebirgshaus, das um 1850 erbaut und vor einiger Zeit liebevoll restauriert wurde, und zur Aussicht Viechzig (Bild 4) zu machen, von der wir einen wunderschönen Ausblick auf die Talsperre Eibenstock haben. Dann geht es an der Dorfkirche von Hundshübel vorbei. Kurz danach trennen wir uns vom Fernwanderweg und folgen dem Hundshübler Rundweg (gelber waagerechter Strich), vorbei am Friedhof und an einer Streuobstwiese, auf der typische, im Erzgebirge bewährte Obstsorten angepflanzt wurden. Nach längerer Strecke durch den Wald treffen wir wieder auf den Rundweg durch Unterstützengrün, dem wir bis zum Ortsteil Hübel folgen, gehen ein Stück durch diesen Ortsteil und biegen dann nach links Richtung Unterstützengrün ab. Dort haben wir noch einmal wunderschöne Aussichten auf den Stollmühlengrund (Bild 5).

 

Beschreibung FFH-Gebiet

Das Gebiet „Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün“ ist 134 ha groß. Im Gebiet kommen gefährdete Arten vor wie Arnika, Waldläusekraut, verschiedene Orchideen und Rundblättriger Sonnentau und 9 FFH-Lebensraumtypen wie Borstgrasrasen, Übergangsmoor und Hainsimsen-Buchenwald. Die Wald- und Moorbereiche sind kleinflächig, es überwiegt das Grünland, ein Komplex aus Frisch-, Nass- und insbesondere den namengebenden Bergwiesen (Bild 6).

 

Bergwiesen

Im Gegensatz zu den meisten anderen FFH-Lebensraumtypen wie Mooren, Fließgewässern oder vielen Wäldern, für die eine vom Menschen möglichst wenig gestörte Entwicklung anzustreben ist, sind die durch menschliche Nutzung entstandenen Wiesen weiter auf regelmäßige, allerdings naturverträgliche, extensive Nutzung/Pflege angewiesen. Dass dies oftmals nicht mehr gewährleistet ist, dafür sind die Wiesen und Weiden im Stollmühlengrund ein gutes Beispiel. Durch die schlechte Zugänglichkeit, das raue Klima und die steilen, schwer zu bewirtschaftenden Hanglagen sind Teile der Flächen für die heutige Landwirtschaft nicht mehr attraktiv. Und so fielen große Bereiche des Tales, das zu DDR-Zeiten intensiv beweidet wurde, nach der Wende brach. Erst durch das vom Freistaat Sachsen und vom Naturpark Erzgebirge/Vogtland geförderte „Bergwiesenprojekt Stützengrün“ konnten die Flächen durch den Landschaftspflegeverband „Westerzgebirge“ e.V. in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben wieder in Pflege/Nutzung genommen werden. Die positiven Auswirkungen sind unverkennbar.

 

 

Sehenswertes im näheren Umfeld

Kuhberg mit Aussichtsturm

Kirche Stützengrün

Staumauer Talsperre Eibenstock

 

 

Der Ort Stützengrün

Weitere Informationen über den Ort, Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangebot gibt es bei der Gemeinde Stützengrün

 

 

 

 

Koniferenland

 

 

 

„Koniferenland“ ist überall. Nur wenige Regionen in Europa haben ihre typischen, unverwechselbaren Dorfbilder bewahren können. Man kann hinreisen, wo man will, die Bilder kommen einem irgendwie bekannt vor. In grellen Farben gestrichene Häuser, drum herum der obligatorische Einheitsrasen, die Grenzen markiert mit diesen hässlichen Zwergen, Koniferen genannt, die wie eine sich schnell ausbreitende Epidemie ausgewachsene Obst-, Laub- und Nadelbäume verdrängen. Nun lässt sich über Geschmack nicht streiten, jedem den seinen.

Aber über die Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt der Dörfer denkt man lieber nicht nach. Auch das Westerzgebirge ist stark infiziert, das Geräusch der Rasenmäher wartet an jeder Ecke und stört so manchen Mittagsschlaf. Um so erfreuter sieht man die Ausnahmen (siehe Tour 1). Man möchte die Bewohner umarmen, wie haben sie es nur geschafft, trotz der scheelen Blicke der Nachbarn diese unordentlich blühenden Wiesen wachsen zu lassen und den Hochstammobstbaum zu erhalten. Seien Sie tapfer, halten Sie aus, möchte man ihnen zurufen, vielleicht ändern sich die Zeiten ja wieder.

 

 

 

Zwei alte Birnbäume

 

 

 

Im Stollmühlengrund stehen gegenüber dem letzten Wohnhaus zwei alte Birnbäume. Wenn man Glück hat, ist einer gesprächig und erzählt einem eine Geschichte. Uns hat er folgende erzählt:

„Jetzt sieht man wieder öfter Leute im Tal, seitdem es dieses Bergwiesenprojekt und diesen Bergwiesenpfad gibt. Nicht wie vorher, als alles brach lag. Sogar Rinder kommen wieder vorbei und kratzen sich an meiner Rinde. Das ist schön. Ansonsten braucht man mich ja nicht mehr. Früher hat man mich gehegt und gepflegt, damit ich viele schöne, wohlschmeckende Früchte trage. Kinder kamen und holten sich heimlich so manche Birne. Der Wind hat mir erzählt, in manchen Gegenden Europas macht man noch süße Säfte aus den Früchten meiner Brüder und Getränke, von denen die Menschen lustig werden. Dort soll es riesige Wiesen mit lauter Verwandten geben, Streuobstwiesen genannt. Muss das schön sein, wenn man gebraucht wird. Jetzt lassen sich wenigstens die Rinder meine Früchte schmecken.”