Tour 4: Im Muldetal bei Aue
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Wanderkarte

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Bild 1

 

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Wanderrouten

Variante 1: Rundweg im Muldetal (braun gekennzeichnet), ca. 3 km, etwa 1,5 Stunden, besonders für Familien mit Kindern

Variante 2: Rundweg im Muldetal + Rundweg am Floßgraben (gelb gekennzeichnet), ca. 12 km, etwa 4  Stunden, für den geübten Wanderer

 

Beschreibung der Wanderung

Wir beginnen unsere Wanderung an der Kirche in Albernau. Gegenüber am Friedhof geht ein mit grünem waagerechten Strich markierter Wanderweg entlang. Wir halten uns links und gehen auf dem Löffelsteig ins Muldetal hinunter. Im Tal überqueren wir die B 283 und folgen weiter dem markierten Wanderweg, erst zum Rechenhaus, dort nach links und immer den Floßgraben (Bild 1) entlang in Richtung Aue. Der Floßgraben wird begleitet von einer wunderschönen Allee alter Bäume, rechts sehen wir die Zwickauer Mulde liegen (Bild 2), deren Aue zum großen Teil bewaldet ist. Es finden sich aber auch noch einige Wiesenbereiche (Bild 3), die leider nicht mehr bewirtschaftet werden und zu verbuschen beginnen. Sie werden in wenigen Jahren verschwunden sein. Nach einiger Zeit liegt linker Hand ein Wiesental. Wenn wir uns für Variante 1 der Wanderung entschieden haben, überqueren wir jetzt den Floßgraben und gehen in Richtung Albernau, am Rande eines wunderschönen Wiesentales (Bild 4) entlang mit Trockenmauern, Baumgruppen und Einzelbäumen. Wenn wir Glück haben, sehen wir eine Mutterkuhherde mit Aberdeen Angus-Rindern im Tal weiden. Nachdem wir die ersten Häuser erreicht haben, gehen wir entlang der Hauptstraße nach links. An der nächsten Straßenkreuzung geht es geradeaus den Fußgängerweg steil bergan und wir treffen dann auch bald auf die Albernauer Kirche, den Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Bei Variante 2 gehen wir noch einige Kilometer immer am Floßgraben entlang durch verschiedene Waldformationen mit interessanten Felsbildungen (Bild 5) und schönen Ausblicken auf die Mulde. Auch einige wunderschöne, uralte Buchen liegen am Wegesrand. Wir befinden uns auf dem Floßgrabenlehrpfad. Leider sind einige Lehrtafeln mittlerweile zerstört. Nach dem Auerhammer Sportplatz gehen wir links den steilen Hammerberg hinauf, rechts liegen einige neugebaute Einfamilienhäuser. Wir befinden uns jetzt auf dem Wanderweg mit gelbem Querstrich, dem Filzteichweg, an den wir uns die nächste Zeit halten. Er führt uns links ab wieder in den Wald mit unterschiedlichen Waldgesellschaften (Bild 6), durch den wir jetzt etwa zwei Kilometer in Richtung Zschorlau laufen. Auf halbem Wege liegt der Gemauerte Stein. Wieder in der Feldflur sehen wir linker Hand Bockau und etwas weiter rechts den Auersberg (1018 m) mit seinem Aussichtsturm liegen. An der zweiten Abzweigung nach links  biegen wir ab und gehen in Richtung Muldetal. Es geht steil bergab, bis wir wieder am Floßgraben an einer der Muldewiesen herauskommen. Hier gehen wir nach rechts und nach wenigen Metern liegt rechter Hand das Wiesental, dem wir wie die Wanderer von Variante 1 jetzt folgen.

 

Beschreibung FFH-Gebiet

Das 894 Hektar große FFH-Gebiet „Muldetal bei Aue“ ist ein tief eingeschnittenes Kerbsohlental mit überwiegend bewaldeten Steilhängen, zum Teil mit wertvollen bodensauren Buchenwäldern und Schlucht- und Hangmischwäldern, mit Silikatfelsbildungen und teils breiteren Auenbereichen. 12 FFH-Lebensraumtypen wurden bisher festgestellt, darunter Flüsse der planaren bis montanen Stufe, Hainsimsen-Buchenwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Auenwälder, Felsbildungen. Im Muldetal leben gefährdete Arten wie Weiß-Tanne, Herbstzeitlose, Barbe, Kreuzotter, Feuersalamander, Wasserfledermaus, Uhu und Eisvogel.

 

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Unterwasservegetation

Wasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage und so werden Bäche und Flüsse auch als Lebensadern unserer Landschaften bezeichnet. Aber wo man sich auch befindet in Europa, natürliche oder auch naturnahe Fließgewässer sind zur absoluten Rarität geworden. Ob durch Gewässerbegradigung, Uferverbau und Sohlveränderung, Nähr- und Schadstoffeintrag, Stauhaltung zur Stromgewinnung, Hochwasserschutz oder was auch immer, fast überall hat man versucht, eines der dynamischsten Biotope zu zähmen. Mit dem Ergebnis, dass es hin und wieder umso stärker wütet und alles wieder einreißt, was man ihm in den Weg gebaut hat. Die wenigen noch vorhandenen natürlichen oder naturnahen Fließgewässer zählen folgerichtig zu den FFH-Lebensraumtypen und spielen eine wichtige Rolle – auch unter dem Gesichtspunkt des Biotopverbundes – im europäischen ökologischen Netzwerk.

 

Sehenswertes im näheren Umfeld

Spirituosenmuseum  Bockau mit Kräutergarten

Begegnungszentrum Georg-Körner-Haus in Bockau

 

Der Ort Aue

Weitere Informationen über den Ort, Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangebot gibt es bei der Kreisstadt Aue

 

 

 

 

 

Drüsiges Springkraut

 

 

Fließgewässer sind ein Weg für die Verbreitung von Pflanzen. Aber nicht nur heimische Pflanzen, sondern auch sogenannte Neophyten machen sich zunehmend breit in Europa und stellen eine Gefährdung für die ursprünglichen Ökosysteme dar. Beispielsweise das aus Südostasien stammende Drüsige oder Indische Springkraut. Wo es einmal Fuß gefasst hat, überwuchert es ganze Uferabschnitte innerhalb weniger Jahre. Es ist dermaßen konkurrenzstark und produziert derartig viele Samen, dass kaum ein Kraut dagegen gewachsen ist.

 

 

 

Wasserkraftanlagen

 

 

 

 

Ein Konfliktfeld an vielen Flüssen Europas ist die Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung, so auch im Erzgebirge. Der Natur- und Umweltschutz ist hier in einer gewissen Zwickmühle, da regenerative Energiegewinnung eigentlich in seinem Sinne ist. Aber  der Zweck heiligt nicht von vornherein die Mittel und diese gehen oftmals entschieden zu weit. Zum Beispiel trocknen zu bestimmten Zeiten bestimmte Flussabschnitte regelrecht aus mit katastrophalen Auswirkungen auf das Ökosystem Fluss und seine natürliche Dynamik. Hinzu kommt, dass sich an vielen Flüssen im Erzgebirge die Wasserkraftanlagen aneinander reihen wie Perlen an der Kette. Das kann nicht im Sinne des europäischen Naturschutzes sein. Hier stehen Nutzen und Schaden oftmals nicht mehr in einem akzeptablen Verhältnis.