Tour 6: Bei Breitenbrunn
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Wanderkarte

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Wanderrouten

Variante 1: Rundweg bei Breitenbrunn (braun gekennzeichnet), ca. 6,5 km, etwa 2 Stunden, für den Gelegenheitswanderer

 

Variante 2: Rundweg bei Breitenbrunn + Rundweg über die Halbmeile (gelb gekennzeichnet), ca. 14,5 km, etwa 5 Stunden, für den geübten Wanderer

 

Beschreibung der Wanderung

Wir beginnen mit unserer Wanderung am Parkplatz an der Gemeindeverwaltung Breitenbrunn und gehen zuerst etwa 300 Meter durch den Ort bergan, dann biegen wir rechts in den Klughäuser Weg ein (grüner waagerechter Strich). Nach wenigen Minuten sind wir schon in der freien Landschaft und genießen die wunderschöne Aussicht auf die ausgedehnten Wiesen und Weiden des Ortes (Bild 1). Wenn wir das Klughaus passiert haben, beginnen die zum FFH-Gebiet gehörenden Bereiche. Am Wegesrand finden wir interessante Trockenmauern, die durch ihre ungewöhnliche Bauweise (Steine teilweise hochkant) auffallen (Bild 2).Besonders bemerkenswert ist das Flächennaturdenkmal Adnerraum (Bild 3) mit wunder-schönen blütenbunten Bergwiesen. Wenn wir den Adnerraum hinter uns haben, geht es einige Zeit durch den Wald. Wir halten uns immer links, bis wir an der Wegekreuzung Am Wächterhäusel anlangen. Dort beginnt der Rundweg über die Halbmeile, den wir unbedingt empfehlen, wenn Sie noch gut bei Kondition sind. Dazu halten wir uns an die Markierung blauer waagerechter Strich. Der Weg führt immer geradeaus durch den Fichtenwald. Am Wegesrand informieren einige Tafeln über den Wald und seine Bewohner. Nach einiger Zeit erreichen wir das Flächennaturdenkmal Himmelswiese und den Grenzübergang für Fußgänger in die Tschechische Republik. Wir laufen weiter an der Grenze entlang, bis sich der Wald lichtet und die Halbmeiler Wiesen (Bild 4) vor uns liegen, eine von der Grenze direkt durchschnittene Rodungsinsel von etwa 60 Hektar inmitten ausgedehnter Wälder. Die aus der Abgeschiedenheit und Höhe (900 m) resultierende meist extensive Nutzung hat zu einem naturschutzfachlich sehr wertvollen Gebiet geführt. Verweilen Sie einige Zeit auf der Halbmeile und genießen Sie die ungewöhnliche Stille. Der Rückweg folgt zuerst der blau-weißen Markierung in Richtung Rittersgrün. An den ersten Wegkreuzungen halten wir uns aber links und folgen dann den Hinweisschildern, die zum Schützenhäuser Flügel führen. Es geht immer durch Fichtenforst, vereinzelt aufgelockert durch am Wegrand stehende Buchen oder Bergahorne. An einer gesandeten Forststraße halten wir uns dann links. Unmittelbar am Wegesrand lädt ein kleiner Waldteich (Bild 5) zur Pause ein. Nach kurzer Zeit landen wir wieder am Wächterhäusel. Hier geht es dann auf der Joachimsthaler Straße in Richtung Breitenbrunn. Wenn wir den Wald hinter uns haben, werden wir durch wunderschöne Aussichten auf den Ort Breitenbrunn und das obere Westerzgebirge belohnt (Bild 6), im Hintergrund liegen Steinheidel und der Auersberg. Im Ort halten wir uns links und erreichen nach wenigen Minuten auf der Hauptstraße den Startpunkt der Wanderung.

 

Beschreibung FFH-Gebiet

Das FFH-Gebiet „Wiesen um Halbmeil und Breitenbrunn“, ein Komplex von wertvollen Offenlandbereichen in den Kammlagen des Erzgebirges, umfasst eine Fläche von 82 Hektar. Es wurden bisher acht Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung festgestellt wie artenreiche Borstgrasrasen, Berg-Mähwiesen, Übergangs- und Schwingrasenmoore, Hainsimsen-Buchenwälder und montane bodensaure Fichtenwälder. Das Gebiet setzt sich aus mehreren nicht zusammenhängenden Bereichen um Breitenbrunn und Rittersgrün zusammen und bietet einer Vielzahl von geschützten Arten Lebensraum, beispielsweise Wald-Läusekraut, Gewöhnliches Fettkraut, Moor-Klee, verschiedene Orchideen, Sumpfheidelibelle und Kreuzotter.

 

Übergangs- und Schwingrasenmoore

Die Übergangs- und Schwingrasenmoore sind eine Art Zwischenstufe zwischen den beiden anderen Moortypen, den nährstoffreichen Niedermooren und den nährstoffarmen Hochmooren. Auch die Vegetation hat starken Übergangscharakter, je nach örtlichen Gegebenheiten dominieren Arten der Hoch- oder Niedermoore. Im Gegensatz zum Hochmoor, das ausschließlich von Niederschlagswasser gespeist wird, werden Übergangsmoore zusätzlich mit nährstoffhaltigem Grund- und Oberflächenwasser gespeist. Übergangsmoore entwickeln sich ohne Eingriff und bei ausreichender Wasserversorgung allmählich zu Hochmooren.

Unter diesen Übergangsmooren hat das Gebiet Halbmeile noch eine besondere Rarität aufzuweisen und zwar das einzige soligene Hangmoor Sachsen. Es ist unter wasserstauendem Einfluss des Bodens und des Gesteinsuntergrunds infolge Quell- und Hangnässe sowie der hohen Niederschläge entstanden.

 

Sehenswertes im näheren Umfeld

Christophoruskirche in Breitenbrunn

Ruine eines kurfürstlichen Jagdschlosses im Park Breitenbrunn

St.-Christoph-Schacht in Breitenbrunn

 

Die Orte Breitenbrunn und Rittersgrün

Weitere Informationen über die Orte, Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangebote gibt es bei der Gemeinde Breitenbrunn und bei der Gemeinde Rittersgrün

 

 

 

 

 

 

Moore

 

 

 

 

Moore gehören in Mitteleuropa zu den letzten naturnahen Lebensräumen überhaupt und zählen wohl zu den eigenartigsten ökologischen Systemen der Erde. Sie nehmen eine vermittelnde Stellung zwischen dem festen Land und dem Wasser ein. Moore leben vom Wasser, sie sind periodisch oder episodisch bzw. ganzjährig durch Wasserüberschuss geprägt. Durch Entwässerung, Abtorfung, Nährstoffeintrag, land- und forstwirtschaftliche Nutzung sind sie in Europa bis auf kleine Reste zurückgedrängt worden und in unserer Landschaft nur noch selten anzutreffen. Gemessen am Anteil bedrohter Tier- und Pflanzenarten nehmen Moore einen Spitzenplatz unter den Ökosystemen ein. Weitere negative Eingriffe in Moorbiotope dürfen deshalb keinesfalls erfolgen.