Tour 7: Im Tal der großen Bockau
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Wanderkarte

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Weitere Touren

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Tour 2        Steinberg

Tour 3        Filzteich

Tour 4        Muldetal

Tour 5        Sosa

Tour 6        Breitenbrunn

 

Tour 8        Johanngeorgenstadt

 

 

 

Bild 1

 

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Bild 5

 

Bild 6

Wanderrouten

Variante 1: Rundweg durch Wildenthal (braun gekennzeichnet), ca. 3 km, etwa 1,5 Stunden, besonders für Familien mit Kindern

 

Variante 2: Rundweg durch Wildenthal + Rundweg im Tal der Großen Bockau (gelb gekennzeichnet), ca. 12,5 km, etwa 4,5 Stunden, für den geübten Wanderer

 

Beschreibung der Wanderung

Wir beginnen mit unserer Wanderung am großen Parkplatz am Ortsende, gehen etwa 100 m in Richtung Oberwildenthal, biegen dann am Friedhof links ab und befinden uns auf dem Dorfring, dem wir immer am Waldrand entlang folgen. Von dort haben wir wunderschöne Ausblicke auf den Ort und die zum FFH-Gebiet gehörenden Bergwiesen, die in Ausdehnung und Buntheit zu den schönsten im Westerzgebirge zählen (Bild 1). Bald treffen wir auf den Hanggraben (Bild 2), dem wir dann weiter folgen, bis wir an eine Straße kommen, die rechts zum Auersberg führt und links in den Ort zurück. Wenn wir nur den Rundweg durch Wildenthal gehen wollen, halten wir uns links. Bei Variante 2 gehen wir weiter den Hanggraben entlang, wo wir erst noch einige schöne Blicke auf die steilen Hänge des Ortes (Bild 3) werfen können, bevor wir dann den Hanggraben einige Kilometer durch den Wald begleiten, bis wir auf den Mittelflügel kommen. Hier trennen wir uns vom Hanggraben, der weiter seinen Weg in die Talsperre Sosa sucht und gehen nach links. Schon nach wenigen Metern kommen wir an eine Wegkreuzung. Hier folgen wir dem Bärenweg in Richtung Eibenstock (blaue waagerechte Markierung). Wir kommen an unterschiedlichen Waldtypen entlang, erst reinem Fichtenwald, der dann zu Mischwald und zuletzt Buchenwald wird, je näher wir der Großen Bockau kommen. Diese überqueren wir an der Rektorbrücke und gehen nach links in Richtung Wildenthal, immer an der Großen Bockau entlang, deren tief eingeschnittenes Flussbett sehr beeindruckend ist (Bild 4). Rechts liegt das Naturschutzgebiet „Große Bockau“ (Bild 5) mit sehr interessanten naturnahen Waldformationen und phantasieanregenden Felsbildungen. Nach einiger Zeit erreichen wir den Ort Wildenthal und treffen auch bald auf den Schlangenweg Richtung Auersberg (hier vereinen wir uns wieder mit Variante 1 der Wanderung). Wir gehen weiter geradeaus durch den Ort bis zu einem kleinen Parkplatz, vor dem wir links die Straße schräg hoch gehen. Nach einiger Zeit sind wir wieder in der freien Flur (Bild 6) und treffen erneut auf den Hanggraben, den wir schon vermisst haben und dem wir nach alter Gewohnheit folgen, bis wir am Friedhof angelangt sind, wo schon mancher tüchtige Wanderer seine letzte Ruhe gefunden hat. Auch wir haben uns jetzt etwas Ruhe und Erholung verdient.

 

Beschreibung FFH-Gebiet

Das Gebiet „Tal der Großen Bockau“ ist 410 ha groß, ein überwiegend bewaldetes Kerbtal mit kleinflächigen Buchenmischwäldern und Auwaldresten, aber auch größeren Grünlandbereichen, größtenteils Bergwiesen. Im Gebiet wurden 11 FFH-Lebensraumtypen festgestellt wie Hainsimsen-Buchenwälder, Schlucht- und Hangmischwälder, Fließgewässer mit Unterwasservegetation, Bergmähwiesen, mit gefährdeten Arten wie Weiß-Tanne, Arnika, Waldläusekraut und verschiedenen Orchideen.

 

 

Hainsimsen-Buchenwälder

Ohne den Menschen würden in weiten Teilen Europas Buchenwälder das Landschaftsbild prägen. Auch das Westerzgebirge wäre, bis auf kleinere Bereiche im Kammbereich und in den höher gelegenen Tälern, wo montane Fichtenwälder stocken würden, bis auf die Moore mit angrenzenden Moorwäldern und die Auen der Fließgewässer, mit Buchenwäldern bedeckt. Stattdessen herrscht die Fichte vor, zum Teil in völlig monotonen, dunklen, unfreundlichen Beständen. Hier gibt es noch viel zu tun für den im Gang befindlichen Waldumbau. Reste von naturnahen, reich strukturierten Buchenwäldern und auch Schlucht- und Hangmischwäldern finden sich vor allem an den steilen Hängen der Täler, wie hier im Naturschutzgebiet „Große Bockau“. Vorherrschende Form bei uns ist dabei der bodensaure Hainsimsen-Buchenwald, der auch als herzynischer Bergmischwald bezeichnet wird.

 

Sehenswertes im näheren Umfeld

Auersberg mit Aussichtsturm

Stadt Eibenstock mit historischem Rathaus, Kirche und Stickereimuseum

Talsperre Eibenstock

 

 

Der Ort Eibenstock und der Ortsteil Wildenthal

Weitere Informationen über den Ort, Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangebot gibt es bei der Stadt Eibenstock

 

 

 

 

 

 

 

 

Schmetterlinge

 

 

 

Man freut sich immer wieder, wenn man diesen Wunderwerken der Natur begegnet, wie sie sich von Blüte zu Blüte schwingen, scheinbar schwerelos und wie zum Spaß. Dabei leisten sie Schwerstarbeit, denn neben eigenem Lebensunterhalt und Sorge für den Nachwuchs sind sie mitverantwortlich für Bestäubung und damit Verbreitung vieler Blütenpflanzen. Und das alles ist keine leichte Aufgabe im heutigen Europa, wo es „blühende Landschaften“ selbst in den Reden der Politiker nicht mehr gibt, geschweige denn in der profanen Realität. Nur noch sporadisch finden sich bunte Wiesen oder ein blühendes Unkraut am Wegesrand, das man auszureißen vergessen hat. Und so sind sie gezwungenermaßen fast zu Einzelgängern geworden, die bunten Segler. Selten noch treffen sie einen Artgenossen und erzählen sich alle, nicht nur der Trauermantel, traurige Geschichten, von Einsamkeit, Hunger und Tod. Im Gegensatz dazu lassen sich auf den noch recht großflächigen Bergwiesen von Wildenthal manchmal ganze „Schmetterlingsherden“ beobachten, denen das Glück und die Freude über die kollektive Futtersuche aus den Augen strahlt. Seltene Gelegenheiten, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Faszinierend ist es auch, sich mit dem Leben dieser interessanten Spezies zu beschäftigen. Sie bieten in ihren Entwicklungszyklen, Lebens- und Nahrungsgewohnheiten eine unglaubliche Vielfalt. Auch geübte Wanderer gibt es unter ihnen, für die wäre die NATURA 2000-Tour bei Wildenthal ein Klacks. So kommen beispielsweise Distelfalter und Admiral aus dem Mittelmeerraum, um ihre Eier bei uns zu legen. Eine beachtliche Leistung für solch zarte Gesellen.