Tour 8: Bei Johanngeorgenstadt
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Wanderkarte

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Weitere Touren

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Tour 7        Tal der Großen Bockau

 

 

 

 

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Wanderrouten

Variante 1: Rundweg bei Johanngeorgenstadt kürzere Variante (braun gekennzeichnet), ca. 9 km, etwa 3 Stunden, für den Gelegenheitswanderer

 

Variante 2: Rundweg bei Johanngeorgenstadt längere Variante (zusätzlicher Teil gelb gekennzeichnet), ca. 11 km, etwa 4 Stunden, für den geübten Wanderer

 

Beschreibung der Wanderung

Wir beginnen die Wanderung im Ortsteil Oberjugel an einem kleinen Parkplatz zu Beginn des Waldes am Wanderweg Richtung Sauschwemme (grüner waagerechter Strich). Nach wenigen Metern biegen wir am Hinweisschild zur Erzgebirgsschanze rechts ab und befinden uns auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, einem sehr abwechslungsreichen Gelände, das besonders zur Blütezeit des Heidekrauts im Spätsommer eindrucksvoll aussieht (Bild 1). An der nächsten Abzweigung halten wir uns links und dann immer geradeaus, bis wir wieder auf den Hauptweg kommen, den wir nach rechts fortsetzen. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Häusergruppe um die Gaststätte Henneberg (Bild 2) und unmittelbar danach das Naturschutzgebiet Kleiner Kranichsee, ein wertvolles, weitgehend intaktes Hochmoor (Bild 3). Wir gehen dann weiter den Weg Richtung Sauschwemme, bis wir den Butterweg erreichen, dem wir nach rechts folgen. Nach einer längeren, geraden Strecke durch den Wald stoßen wir am Waldende auf den Erzengelweg, dem wir nach rechts durch den Ortsteil Schwefelwerk folgen. Die Wiesen rechterhand gehören zum FFH-Gebiet. Wir laufen dann direkt am Pferdegöpel vorbei (Bild 4) und folgen stets dem Weg mit der gelben waagerechten Markierung. Nach einiger Zeit durch den Wald kommen wir an eine Lichtung mit einigen Häusern bzw. Ferienhäusern (Bild 5). Im Tal stoßen wir auf den Schwefelbach, den wir überqueren. Bei der kürzeren Variante gehen wir durch den Wald den direkten Weg nach Oberjugel (gelber waagerechter Strich), nach Verlassen des Waldes noch 100 m geradeaus bis zur Hauptstraße und dann rechts durch den Ort. Bei der längeren Variante gehen wir nach links und halten uns an die grüne waagerechte Markierung. Wir gehen immer den Schwefelbach an einem Bergbaulehrpfad entlang, an dem es viele Zeugnisse des historischen Bergbaus zu sehen gibt. Im Ort gehen wir dann rechts die wenig befahrene Jugelstraße hinauf, von der aus wir den herrlichen Ortsteil mit seinen Einzelgehöften, Häusergruppen und wertvollen Grünlandbereichen, die zum Teil zum FFH-Gebiet gehören, bestaunen können (Bild 6). Kurz vor dem Schullandheim vereinen sich die beiden Varianten der Wanderung. Ziemlich am Ortsende gehen wir nach rechts und sind bald am Ausgangspunkt der Wanderung angelangt.

 

Beschreibung FFH-Gebiet

Das Gebiet „Mittelgebirgslandschaft bei Johanngeorgenstadt“ ist 467 ha groß mit typischen Lebensräumen der Mittelgebirge und gefährdeten Arten wie Arnika und Sonnentau, wertvollen Moosen und Flechten. Bisher wurden 11 FFH-Lensraumtypen wie Bergkiefern-Moorwälder, Hochmoore, trockene europäische Heiden und Bergwiesen festgestellt.

Das Gebiet „Erzgebirgskamm am Kleinen Kranichsee“ ist 330 ha groß und enthält u.a ein weitgehend intaktes Wasserscheiden- und Kamm-Hochmoor mit vollständigem Moorkern, Bergkiefern- und Fichtenmoorwäldern. 9 FFH-Lensraumtypen gibt es und viele gefährdete Arten wie Langblättriger Sonnentau, Hochmoor-Mosaikjungfer, Rauhfußkauz und Sperlingskauz leben hier.

 

Hochmoore

Hochmoore werden ausschließlich von Niederschlagswasser gespeist und können nur im kühlen und regenreichen Klima entstehen. Es sind sehr nährstoffarme Biotope in saurem Milieu. Wegen der damit einhergehenden sehr hohen Spezialisierung enthalten Hochmoore sehr viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie besitzen ein kleinräumiges Mosaik aus erhöhten, trockenen Bulten und nassen Schlenken. Vor allem Torfmoos-Gesellschaften mit Wollgräsern,  Sonnentau, Moosbeere etc. prägen diesen Lebensraum. Das Erzgebirge bietet mit seinen breiten Verebnungsflächen gute Voraussetzungen für die Entwicklung vorwiegend durch Regenwasser ernährter Moore, die hier größtenteils zwischen 900 und 500 m über NN liegen. Es wurde aber auch relativ früh und dichter besiedelt als andere Mittelgebirge.  Deshalb wurden auch mehr Moore kultiviert als in anderen Gegenden. Um so wichtiger ist der Erhalt der wenigen noch weitgehend intakten Moore. Gefahr geht heute vorwiegend durch Nährstoffeintrag aus Luft und Umfeld, aber auch vom Tourismus aus. Moore sind sehr trittempfindlich und sollten nicht betreten werden, man erlebt sie am besten von außen.

 

Sehenswertes im näheren Umfeld

Schaubergwerk Glöckel

Kirche in der Altstadt

 

 

Der Ort Johanngeorgenstadt

Weitere Informationen über den Ort, Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangebot gibt es bei der Stadt Johanngeorgenstadt

 

 

 

 

 

Truppenübungsplätze

 

 

 

Der ehemalige Übungsplatz im Lehmer Grund ist wie so viele ehemalige Übungsplätze naturschutzfachlich sehr hochwertig mit einer Vielzahl von FFH-Lebensraumtypen. Unmittelbar nebeneinander finden wir ein interessantes, eng verzahntes Mosaik von trockenen und feuchten Lebensräumen, von Offenland und Wald. Ein Problem stellt auch hier, und auch das hat der Übungsplatz mit vielen anderen in Europa gemeinsam (siehe dazu auch Tour 3), das relativ schnelle Voranschreiten der „Verwaldung“ dar, die den Charakter der Landschaft völlig wandelt und einige FFH-Lebensraumtypen (z.B. Trockene Heiden) und ihre charakteristischen Arten zum Verschwinden bringt. Über diese Vorgänge kann man sicher geteilter Meinung sein, aber in solch ungewöhnlich waldreichen Regionen wie dem Kamm des Westerzgebirges ist der Verlust dieser wertvollen, nährstoffarmen Offenlandbereiche sicher bedauerlich.

 

Rauchschwalben

 

 

Auch in Oberjugel, fast auf dem Erzgebirgskamm, können wir vereinzelt der Rauchschwalbe begegnen. Aber wie in fast allen Gegenden Europas singen viele Rauchschwalben bei ihrer Ankunft aus dem Süden ein trauriges Lied: „Ach, was mach ich denn jetzt, was mach ich denn jetzt. Man hat mir meine schöne Wohnung verrammelt. Hier bin ich doch geboren und habe selbst viele Kinder großgezogen. Es war doch so schön. Genug Insekten zum Verfüttern. Wohlige Wärme durch meine Freundinnen, die Kühe, die alle verschwunden sind. Der alte Bauer hat aufgegeben, hat’s mit den Knochen, erzählt man sich. Seine Kinder wollen sich die Plackerei nicht über den Hals ziehen. Ob ich woanders noch was finden werde auf meine alten Tage?“ Ihrer Schwester, der Mehlschwalbe, geht es ähnlich.